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Soi Dog Foundation kümmert sich um Phukets Straßenhunde und –katzen

Ein neues Leben geschenkt

Er ist noch ganz klein und schmiegt sich an seine Mutter. Doch ein Mann reißt ihn unsanft von dort weg, trägt ihn in sein Auto und wirft ihn während der Fahrt aus dem Fenster. Einfach so.

Straßenhund Shiver

Er überlebt den Sturz. Einsam und hungrig macht er sich auf den Weg, sucht Unterschlupf vor dem Regen.

Doch unter dem Markstand am Rand der staubigen Straße wird er fortgejagt. Menschen schreien ihn an und werfen Steine nach ihm.

Wenig später wird er von großen Hunden verjagt und gebissen. Als er zu schwach und zu müde ist, weiter zu laufen, rollt er sich in einer Kuhle am Straßenrand zusammen und bleibt dort liegen.

Hier findet ihn John Dalley. Der Tierschützer nimmt den kleinen Rüden mit nach Hause, gibt ihm Schutz, Nahrung und medizinische Versorgung – und einen Namen: Shiver. „Weil er so sehr gezittert hat und sich kaum noch auf den Beinen hielt – ein kleines Häufchen Elend“, erinnert sich John.

So wie Shiver werden andere Hunde gerettet. Doch nicht nur das – die Soi Dog Foundation (Soi ist das thailändische Wort für Straße) auf der thailändischen Insel Phuket tut einiges, um Straßenhunden und -katzen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Wer schon einmal Urlaub in Thailand gemacht hat, hat sicherlich auch den einen oder anderen Hund am Strand oder in den Straßen und Gassen der Dörfer und Städte gesehen. Sie gehören meist niemandem, werden ignoriert, geduldet oder gehasst.

John Dalley

Allein in Phuket, der größten Insel Thailand ganz im Süden des Landes, leben schätzungsweise 20.000 Straßenhunde. Und es werden täglich mehr – denn es liegt eben in der Natur der Sache, sich vermehren zu wollen.

John Dalley und seine Ehefrau Gill haben es sich zur Aufgabe gemacht, Phukets Straßenhunden nicht nur zu helfen und kranke oder verletzte Tiere zu behandeln, sondern die Anzahl der Tiere durch Kastration zu kontrollieren.

Seitdem die Soi Dog Foundation, die private, ehrenamtliche Tierschutzorganisation mit Standort in Mai Khao 2003 gegründet wurde, hat die Organisation bereits mehr als 30.000 Tiere auf Phuket, in Krabi und Khao Lak sterilisiert.

„So wird das Problem der immer größer werdenden Hunde- und Katzenpopulationen endlich eingedämmt“, sagt der engagierte Tierschützer aus England.

Als er seinen Beruf als Chemie-Ingenieur aus Altersgründen beendete, zog er nach Thailand und widmet sich seitdem gemeinsam mit seiner Frau und vielen tierlieben Thailändern, Tierärzten und -pflegern sowie motivierten Volontären aus der ganzen Welt den Straßenhunden und -katzen.

Gill Dalley

„Derzeit kastrieren wir pro Jahr schon mehr als 5.000 Hunde und Katzen, aber wir wollen die Zahl auf 10.000 erhöhen“, sagt der Soi-Dog-Chef und fügt hinzu: „Das würde bedeuten, dass wir in drei Jahren Phuket unter Kontrolle hätten.“

Doch die Kastration der Hunde und Katzen ist nur eine von vielen Aufgaben der Organisation. Die Tierschützer behandeln kranke oder verletzte Hunde und Katzen, damit sie anschließend ein besseres Tierleben haben.

Auch vorbeugende Medikamente und Impfungen gehören dazu.

Tierarzt Dr. John Trethep und Kollegin Dr. Lek

Sie füttern streunende Tiere regelmäßig – und zwar monatlich mit 3000 Kilogramm Futter für die Hunde-Tafel – damit einerseits die Suche nach Nahrung keine Belästigung für die Menschen darstellt, andererseits die Vierbeiner nicht mehr in Abfalleimern oder Müll nach Nahrung suchen müssen.

Sie bieten verletzten, ausgesetzten und misshandelten Hunden und Katzen außerdem ein geschütztes Heim, denn die Soi Dog Foundation betreibt ein eigenes Tierheim und betreut dort liebevoll und fürsorglich rund 300 Hunde und viele Katzen.

„Leider passiert es immer wieder, dass Tiere schrecklich misshandelt werden. Für Tiere gibt es in Thailand eben keinerlei Rechte oder Gesetze“, sagt Gill Dalley.

„Jeder kann mit diesen herrenlosen Tieren grundsätzlich tun, was er will“, fügt sie hinzu. Immer wieder finden die Tierschützer Hunde mit abgehackten Beinen oder Ohren, tiefe Wunden in Hals, an Rücken oder Kopf. Hunde mit Schusswunden, Verätzungen durch Säure und Vergiftungen sind ebenfalls an der Tagesordnung.

„Es ist teilweise unvorstellbar, was Menschen tun, um Tiere loszuwerden“, sagt Gill Dalley. Ein Beispiel ist Humphrey. Dem Rüden wurde das linke Ohr und ein Stück vom Schädel mit einer Machete abgehackt.

Straßenhund Humphrey

Nach einer großen Operation ist die Wunde nun verheilt, ihm geht es gut. Wieder andere Hunde haben schlimme Hautkrankheiten durch Parasiten, beispielsweise Räudemilben wie Demodex, die den Hund nach und nach schwächen.

In Thailand spielt der Buddhismus eine große Rolle. Knapp drei Viertel der Phuket-Insulaner sind Buddhisten. „Sie dürfen kein Tier töten, denn es ist Buddhas Wille, ob ein Tier stirbt oder nicht“, erklärt John Dalley.

„So gibt es Tierärzte in Thailand, die ein Tier, das leidet und nicht mehr gerettet werden kann, dennoch nicht einschläfern, sondern warten, bis es qualvoll von allein stirbt.“

John erzählt von weiteren Aktionen, die jedem Tierliebhaber Schüttelfrost bereiten:„Wenn man sich Welpen entledigen möchte, steckt man sie in einen Sack und legt diesen mitten auf die Straße.

Wenn die Hunde überfahren werden, ist es Buddhas Wille, wenn nicht auch.“ Aus diesem Grund fahren die Tierschützer äußerst wachsam durch die Gegend, um mögliche Säcke voller Hunde von der Straße zu holen.

„Das ist uns vor einigen Tagen gelungen“, erinnert er sich. Sechs von sieben Welpen waren bereits überfahren, nur einer überlebte und wurde zwischen seinen zerfetzten Hunde-Geschwistern gefunden.

Er hat bereits ein liebevolles Zuhause gefunden. Um all dies bewerkstelligen zu können, haben die Dalleys rund 20 Helfer, darunter zwei Tierärzte.

Auch Voluntärin Regina Telbisz aus Ungarn kümmert sich rührend um die Vierbeiner. Sie Tierarzthelferin macht ihre Runde, vorbei an betäubten Hunden und Katzen, die entweder ihre OP noch vor sich haben, oder gerade frisch operiert aufwachen.

Sie schaut im OP-Raum nach dem Rechten Hier kastrieren Tierarzt Dr. John Trethep und seine Kollegin Dr. Lek pro Tag zwischen 15 und 25 Hunde und einige Katzen.

Nur wenige Meter weiter befindet sich das „Krankenzimmer“, in dem sich auch Shiver befindet. Seine Haut ist komplett verheilt, er hat zugenommen und ist kaum wieder zu erkennen.

Diverse Außengehege mit vermittelbaren Welpen und anderen treuen Vierbeinern sind auf dem Gelände verteilt.

Viele von ihnen warten auf ein liebevolles Zuhause, denn geheilten und gesunden Tieren vermittelt die Organisation weltweit ein neues Zuhause und bietet zudem Patenschaften für die Tiere an, die dauerhaft hier bleiben – entweder weil sie so stark traumatisiert sind, dass sie Menschen meiden oder weil sie zu krank sind.

Für nur 16 Euro im Monat erhält das Patentier dann alles, was es für ein gesundes und zufriedenes Leben braucht.

Und die Paten erfahren ihrerseits regelmäßig, wie es ihrem Liebling geht. Wer auf Phuket Urlaub macht, kann Soi Dog auch täglich besuchen.

Spenden gehen an die Rabo Bank Nederland. Empfänger: Stichting Soi Dog, Kontonummer: 113454880, BIC: RaboNL2U, IBAN: NL95Rabo0113454880.

Spenden können auch über ein sicheres Paypal-Konto gehen. Informationen unter www.soidog.org.

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