„Hannah-Höch“ und „Greenwich“ können nach einjährigem Kampf durchstarten
Märkisches Viertel. Das Tauziehen um die Realisierung oder Verhinderung einer Gemeinschaftsschule in Reinickendorf ist vorbei.
Ein Jahr nach Äußerung des Wunsches der Hannah-Höch-Grundschule und der Greenwich-Oberschule, sich zu einer Gemeinschaftsschule mit Namen „Campus Hannah Höch“ zusammenzuschließen, können nun alle Beteiligten endlich starten.
Nach unzähligen kleinen und großen Steinen, die den engagierten Lehrern und Eltern immer wieder in den Weg geworfen wurden, gab es nun in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung endlich grünes Licht für die lang ersehnte Schulfusion.
Diese soll bereits im kommenden Schuljahr starten.
Schon im vergangenen Jahr wollten die beiden nebeneinander liegenden, Schulen miteinander fusionieren (wir berichteten). Allerdings lehnte die Bezirksverordnetenversammlung im Februar mit CDU-Mehrheit den Antrag der Schulen auf Fusion ab – gegen das Votum des Bezirksschulbeirates, des Bezirkselternausschusses, der Lehrer und der Elternvertreter beider Schulen, die mehr als 400 Unterschriften gesammelt hatten.
„Wir wollen keine Einheitsschule im Bezirk“ war die Aussage von Schulstadträtin Katrin Schultze-Berndt. Und so blieb Reinickendorf erst einmal weiterhin der einzige Bezirk in Berlin ohne eine Gemeinschaftsschule. Doch die Eltern und Lehrer kämpften weiter, hielten Mahnwachen ab und luden zu Diskussionsrunden ein.
Unterstützung erhielten sie auch von der Wirtschaft. Einer der größten Arbeitgeber in Reinickendorf, die Freiberger Lebensmittel GmbH, macht sich seit Monaten für die Gemeinschaftsschule im Märkischen Viertel stark. „Wir unterstützen das Projekt“, teilte Geschäftsführer Helmut Morent mit.
„Denn es ist auch eine Unterstützung für den Kiez – auch im Sinne der Ausbildungsförderung.“ Rund 600 Mitarbeiter der Firma Freiberger produzieren im Märkischen Viertel Tiefkühlpizzen, aber man fürchtet künftig Fachkräftemangel. So würde das Unternehmen Absolventen der Gemeinschaftsschule, an der Schüler von der 1. bis mindestens zur 10. Klasse gemeinsam lernen, gerne einen Ausbildungsplatz garantieren.
Um ein Zeichen zu setzen, übergab Ute Fath, Manager Public Relations bei Freiberger, Anfang September einen Scheck in Höhe von 10000 Euro an die beiden Schulleiter Suzann Haße (Greenwich-Oberschule) und Michael Tlustek (Hannah-Höch-Grundschule):
„Mit dem Geld soll ein Mehrzweckraum in der Greenwich-Oberschule errichtet werden, der dann von beiden Schulen für gemeinsame Veranstaltungen genutzt wird“, sagte Fath.
Durch die Bildung einer Zählgemeinschaft nach der Wahl der Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) am 18. September zwischen der CDU und Bündnis 90/Die Grünen hatten sich die beiden Fraktionen im Vorfeld auf eine inhaltliche Zusammenarbeit geeinigt – und sich gemeinsam für grünes Licht zur Gründung der Gemeinschaftsschule entschieden.
„Ich bin stolz, dass wir es endlich geschafft haben, dass sich die Greenwich-Oberschule und die Hannah-Höch-Grundschule nun zu einer Gemeinschaftsschule zusammenschließen können“, sagte Anke Petters, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, bei der jüngsten Sitzung der BVV.
„Meiner Meinung nach haben die Schulen ein gutes Konzept, und die Lehrer und Eltern sind überzeugt von dem, was sie tun“, fügt sie hinzu.
Gilbert Collé, Fraktionsvorsitzender der SPD, sagt: „Es ist gut, dass die CDU ihre Blockadehaltung nun endlich aufgegeben hat.
Die rein ideologische Ablehnung der CDU hat den beiden Schulen ein ganzes Jahr gekostet.
Deshalb ist es nun umso wichtiger, die Fusion der beiden Schulen zur Gemeinschaftsschule mit allen dem Bezirk zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen.“
Die SPD-Fraktion hat deshalb auf der BVV-Sitzung einen Entschließungsantrag eingebracht, in dem das Bezirksamt aufgefordert wird, in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen alle notwendigen baulichen Maßnahmen umzusetzen, die für den Betrieb als Gemeinschaftsschule notwendig sind.





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