Tischtennis. Sein wohlklingender Name dürfte einigen seiner Gegner noch in den Ohren nachhallen:
Ivan Osmar Amaya Parra, 15 Jahre jung aus Cancun in Mexiko stammend, ist für ein Jahr Gast in der deutschen Hauptstadt und spielt bei den Reinickendorfer Füchsen Tischtennis.
Und das überaus erfolgreich. Den Titel des Berliner Meisters der Jungen im Doppel nimmt Ivan Osmar mit nach Hause, wenn er im Mai in sein Heimatland zurückkehrt. Den Titel gewann er gemeinsam mit Marcus Hilker.
Der 15-Jährige hat nicht immer Tischtennis gespielt – und das ist in einem Land, in dem Fußball klar die Nummer eins ist und dahinter lange nichts kommt, auch kein Wunder. Auch Ivan Osmar lief im Verein zunächst dem größeren Ball hinterher, ehe er vor vier Jahren zum Tischtennis kam. Sein Trainer war Milton Garcia, der einige Jahre für 3B Berlin in der Oberliga gespielt hatte.
Parra lernt in Berlin die deutsche Sprache an einer privaten Schule – damit tut er sich allerdings ziemlich schwer. Seine Mutter ist im fremden Land stets an seiner Seite. Die Reinickendorfer Füchse gaben ihm gern für das eine Jahr eine vorübergehende sportliche Heimat. Auch eine Wohnung besorgten sie ihm und seiner Mutter, am Eichborndamm kam die kleine Familie Parra für die Zeit in Berlin unter.
Ivan Osmar wurde vor allem in der 3. Mannschaft eingesetzt, wo er sich zu einer festen Größe mauserte. „Ich war anfangs etwas skeptisch, weil Mexiko im Tischtennis ja ein unbeschriebenes Blatt ist“, so Abteilungsleiter Christoph Wölki, „aber Ivan Osmar hat mich eher positiv überrascht.“ Und dem Teenager macht es Spaß, in Berlin beim Tischtennis dabei zu sein. Auch seiner Meinung nach wird in Berlin im Vergleich zu Mexiko auf einem höheren Niveau gespielt.
Typisch deutsch ist für ihn der hohe Sicherheitsstandard, der mit dem in Mexiko nicht verglichen werden kann. Und wer einmal in dem mittelamerikanischen Land war, weiß, dass es die Mexikaner mit der Pünktlichkeit nicht ganz so genau nehmen. Das ist in Europas Mitte bekanntlich etwas anders, und damit hatte der junge Mexikaner zunächst auch seine Probleme. Inzwischen aber hat er sich daran gewöhnt.
Foto: Privat





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