Behörde will heute Routen bekannt geben

Banges Warten auf Nachricht der Flugsicherung

Heiligensee. Mit großer Spannung erwarten viele Nordberliner die von der Flugsicherung für den heutigen Donnerstag angekündigte Nachricht über den Verlauf der Routen für den neuen Flughafen in Schönefeld. Dabei interessieren allerdings weniger die Starts als vielmehr die Anflüge zur Landung auf den Airport im Berliner Südosten, der Anfang Juni eröffnet werden soll. Die in Heiligensee ansässige „Bürgerinitiative Fluglärm Nord-Berlin“ hatte  am Sonnabend zum vierten Mal in einen Saal des Diakoniezentrums eingeladen, um Anwohner zu informieren und mögliche Schritte zu erörtern.

Das Motto der Initiative lautet „Außen rum – nicht oben drüber“, soll heißen: Der Norden Berlins und das angrenzende Umland sollen vom Fluglärm verschont bleiben. Viele Jahrzehnte lang habe man unter diesen negativen Begleiterscheinungen der Luftfahrt leiden müssen, hieß es in dem nicht voll besetzten Saal.

Claudia Beck, grüne Bezirksverordnete in Reinickendorf, erneuerte ihre bereits im Kommunalparlament gestellte Forderung nach einem „Gleitflug“ der landenden Jets, nachdem ein Mitglied der Initiative ausführlich den bisherigen Sachstand und den Konflikt zwischen Umweltbundesamt und Verkehrsministerium dargelegt hatte. Dabei ging es um Lärm und Flughöhen, Vorgaben der Fluggesellschaften bzw. eigenmächtige Entscheidungen der Piloten über mögliche Flugrouten.

Fragen, zu denen der Berliner Abgeordnete Manuel Heide (CDU) die Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) – Bereich Berlin – wiedergeben konnte. Der Christdemokrat hatte  kürzlich an einem Gespräch des CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel und des Berliner Parlamentariers Tim-Christopher Zeelen mit dem Berliner DFS-Chef im Tegeler Tower teilgenommen.

Sein Fazit: „Wir sind nicht betroffen, da die Maschinen an einem Punkt 20 Kilometer westlich von Nauen in einer Mindesthöhe von rund 2000 Metern, meist sogar noch höher, zum Landeanflug in Richtung Erk-ner ansetzen.“ Die Piloten seien angewiesen, Treibstoff sparend – also möglichst hoch – zu fliegen. Selbst bei anderen Landeanflügen nähmen die Jets Routen, die entweder nördlich von Borgsdorf oder südlich des Flughafens Tegel verliefen – also auch in diesen Fällen nicht über Reinickendorf, so seine Erkenntnis. Er sieht eine „erhebliche Verbesserung“ für den Bezirk, wie auch Frank Steffel: „Insbesondere Reinickendorf-West und -Ost, aber auch andere Ortsteile, werden spürbar befreit. Das hat die DFS nochmals zugesichert.“

Die Mitglieder der BI bleiben skeptisch: Nach Abschluss der Veranstaltung in Heiligensee fuhren sie nach Mitte, um mit anderen Gruppen zu protestieren.

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