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Ausstellung „WELTGESTALTEN“ im Bertha-von-Suttner-Gymnasium

Mit Tischtennisschlägern die Welt verändern?

Reinickendorf-Ost. Kann man mit Tischtennisschlägern die Welt verändern? Gibt es einen Gott? Und wie kann man Fleisch kaufen, wenn man an das weiche, kuschelige Fell eines Kälbchens denkt? Kann ich auf Alltagsdinge Einfluss nehmen? Und können Schüler ihre eigenen Lehrmittel entwickeln?

Eröffnung der Weltgestalten Ausstellung am Bertha-von-Suttner-Gymnasium

Diesen und anderen Überlegungen gingen Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Kunst der 11. Klasse gemeinsam mit der jungen Designern ein halbes Jahr lang auf den Grund und stießen auf interessante Entdeckungen. Nun sind die Ergebnisse in einer Ausstellung zu sehen, die am vergangenen Donnerstag eröffnet wurde.

Das im Rahmen von „Überlebenskunst.Schule“ durchgeführte Projekt ist eines von insgesamt 18 Schulprojekten, das versucht, Gestaltungskompetenzen für nachhaltige Entwicklung in den Schulunterricht einzubetten. Mit Problemen konstruktiv umzugehen, Lösungen suchen und miteinander kommunizieren, war die Devise.

So wurde gezeichnet, geklebt, gebastelt, gedacht, gespielt, verworfen und verbessert. Nicht nur anhand grauer Theorien, sondern mit handfesten Materialschlachten sollte man am Ende sein ganz eigenes Weltverbesserungsmodell in den Händen halten. Und schließlich entstanden unter anderem Magnettafeln für den Schlagzeugunterricht, Mode, die Religionsfragen aufwirft und eine Software, die das Mitschreiben übernimmt. Und all das immer mit dem Blick auf den ökologischen Aspekt.

Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums

„Was sind rote Blutkörperchen (Erythrocyten)?“ liest eine Schülerin des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums von einem Zettel ab und fragt in die Runde. „Sie sind dafür da, Sauerstoff und Kohlendioxid im Körper zu transportieren“, antwortet eine Mitschülerin – und hat einen Punkt geholt. Keine Frage – das Spiel „Organopoly“ macht Spaß und ist im Biologieunterricht geeignet, die Organe des Menschen kennen zu lernen. Zudem ist das Spiel nicht aus umweltschädlichem Plastik, sondern aus Holz gefertigt.

Schülerinnen spielen "Organopoly"

Eine Station weiter: Eine Frischhaltebox mit Kuhfellüberzug, welche die Schülerin Lotta entworfen hat. Sie wollte mit ihrem Design das Problem des übermäßigen Fleischkonsums auf angehen, die Menschen zum Nachdenken anregen, ein Mitgefühl zum Tier entwickeln und sich dadurch möglicherweise gegen den Kauf von Fleisch entscheiden. Direkt nebenan eine Brotbox mit Erbrochenem auf dem Deckel -  gegen die Fettleibigkeit in der Gesellschaft hat sich natürlich. Wem vergeht bei diesem Anblick nicht der Appetit?

Frischhaltebox mit Kuhfellüberzug

Ausgedacht und geleitet haben das Projekt die Textil- und Flächendesignerin Miriam Chouaib und die beiden Produktdesigner Isabelle Dechamps und Wolf Jeschonnek. In Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin Ina Kosanke vermittelten sie die Anwendung von computergesteuerten Produktionsverfahren, mit denen man aus einfachen Dateien Produkte fertigen kann.

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