Körper als Farbklang
Märkisches Viertel. „Mich interessiert der menschliche Körper, nicht nur in seiner äußerlichen Erscheinung in abstrahierter Figuration, sondern auch als innere Struktur in abstrakten Kompositionen.“
Das sagt Marie-Claire Feltin auf ihrer Homepage über die Motivwahl in ihrer Malerei. In Acryl auf Leinwand oder in Mischtechniken auf Paper entstehen so neben Zeichnungen, Aktskizzen oder verschiedenen Druckgraphiken Bilder über den menschlichen Körper in seiner Komplexität. Nun sind ihre Bilder im Fontane-Haus am Wilhelmsruher Damm 142 c zu sehen. Am heutigen Donnerstag, 9. Februar, findet um 19 Uhr die Vernissage statt.
Es handelt sich bei der Ausstellung gleichzeitig um ein rundes Jubiläum der Künstlerin, nämlich um 50 Jahre Malerei. Das Lebenswerk der seit 1966 in Berlin lebenden französischen Künstlerin Marie-Claire Feltin ist geprägt von der Auseinandersetzung mit dem Bild des Körpers in all seinen Erscheinungen. Von den frühen realistischen Aktbildern fand sie zu einer Bildsprache, in der sie das Thema als spannungsreiche Beziehung zwischen Linien und Flächen, zwischen Farb- und Formkontrasten immer neu variierte. Farbschichtung, Lineamente, kompositorische Stringenz und die der Abstraktion zustrebende Verwandlung figurativer Elemente gelten als charakteristisch für ihre Malerei.
Marie-Claire Feltin wurde 1936 in Dijon geboren. Sie studierte nach dem Abitur Kunst in Sèvres bei Paris. Seit 1975 ist sie Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler. Sie hatte zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien und der Tschechischen Republik. Ihr Atelier befindet sich im Kunstzentrum Tegel Süd an der Neheimer Straße 56-60.
Sie selbst beschreibt ihren künstlerischen Prozess als Reise: „Als Künstlerin vergleiche ich mich mit einem Reisenden, der sein Ziel zu erreichen versucht und merkt, dass die Reise selbst das Ziel ist. Aber ich glaube, dass der Zielort meiner Reise ich selbst bin, eine Suche ohne Ende.“
Inspirieren lässt sich die Künstlerin auch durch Literatur, zum Beispiel im langen Gedicht des kroatischen Dichters Augustin Tin Ujević „Hymnodia to mou somati (Hymne an meinen Körper)“. Sein griechischer Titel war namengebend für zahlreiche ihrer Werke und mehrere Ausstellungen in Prag, Berlin und Zagreb. Im Künstlerbuch „Textiles – Tex’îles – Iles de textes“ (Erasmus Verlag – Zagreb- 1998) verbinden sich Textfragmente von A.T. Ujević und Malerei zu einem Gesamtkunstwerk.
In der Ausstellung „Marie-Claire Feltin. Lebensspuren – 50 Jahre Malerei“ im Fontane-Haus ist bis zum 16. März eine Auswahl aus ihren wichtigsten Schaffensperioden zu sehen.
- Fontane-Haus: Königshorster Straße 6, 13439 Berlin
- Vernissage: 9. Februar 2012, 19 Uhr
- Ausstellungsdauer: 10. Februar bis 16. März 2012
- Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 10 – 17 Uhr.
Weitere Informationen sind erhältlich unter Tel.-Nr. 404 40 62 oder www.kunstamt-reinickendorf-rathausgalerie.de.





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