Ausgerechnet jetzt kommt der Meister
Fußball. Man könnte sich einen besseren Zeitpunkt für ein Duell mit dem Deutschen Meister vorstellen. Aber die Bundesliga war noch nie ein Wunschkonzert – und deshalb muss Hertha BSC jetzt da durch. Am Sonnabend um 15.30 Uhr also kommt Borussia Dortmund ins Olympiastadion.

Die beiden sollen es machen, zumindest für ein Spiel: René Tretschok (l.) und Ante Covic bereiten die Hertha-Profis auf Borussia Dortmund vor.
Mit Dortmund verbindet René Tretschok angenehme Erinnerungen, schließlich gewann er als Spieler mit dem BVB die Champions League und zwei Deutsche Meisterschaften. Aber auch Tretschok würde sicher einen anderen Termin für ein Wiedersehen bevorzugen. Was nutzt es: Gemeinsam mit Ante Covic hat der eigentlich als A-Jugend-Trainer bei Hertha angestellte Tretschok so lange das Sagen, bis ein Nachfolger für den am Sonntag entlassenen Michael Skibbe gefunden ist. Also auch gegen den BVB.
Ganze 52 Tage war Skibbe Hertha-Trainer – nur drei Trainer in der Bundesliga-Geschichte waren noch kürzer im Amt. Nach dem ganzen Theater um Babbels Entlassung schaffte es der Gelsenkirchener in Rekordzeit, als der erfolgloseste Hertha-Coach aller Zeiten in die Geschichte einzugehen. Respekt. Der ebenfalls unter Druck stehende Manager Michael Preetz sah keinen anderen Ausweg, als die Reißleine zu ziehen. Dass er in der Abstiegssaison zu lange am erfolglosen Friedhelm Funkel festgehalten habe, dürfte dabei keine ganz kleine Rolle gespielt haben.

Wie ein Schlag in die Magengrube: Schiri Brych zeigt Roman Hubnik Rot, Hertha verliert im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach.
Aber es half nichts: Unter Skibbe gingen fünf Pflichtspiele verloren. Gut, das Punktspiel gegen Hannover 96 unglücklich und das Pokalspiel am vergangenen Mittwoch gegen Mönchengladbach nach einer üblen Schiri-Fehlentscheidung. Wir haben es ja alle gesehen. Den Offenbarungseid aber leistete Hertha am Sonnabend mit dem 0:5 beim VfB Stuttgart. Das Klima zwischen Mannschaft und Trainer schien nach dessen Kritik an Lell unrettbar zerrüttet.
Jetzt schwirren reichlich Namen durch den Blätterwald, Stanislawski, Götz, Doll, Oenning, Toppmöller, der frühere Hertha-Coach Röber, Balakov, Rangnick. Rangnick? Der sollte sich hüten. Nach dessen Burnout wäre Hertha prädestiniert, beim Schwaben einen Rückfall größeren Ausmaßes auszulösen.
Fotos: Joulux





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