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Aquarelle von Andreas Mattern im Kunstzentrum Tegel-Süd ausgestellt

„Lebendig ist wichtiger als richtig“

Tegel-Süd. Der Maler Andreas Mattern zeigt an diesem Wochenende im Kunstzentrum Tegel-Süd (Neheimer Straße 53-60, Raum 100) seine Werke. Dass die 60 Aquarelle nur zwei Tage lang zu sehen sind, sieht er nicht als Aufwand. „Aufwand ist was anderes. Wenn ich zum Beispiel alles nach München bringen müsste“, sagt Mattern, der bis 2005 sein Atelier in Tegel hatte, später im Wedding. Seit zwei Jahren lebt und arbeitet der Maler im Wechsel in Lankwitz und seiner Heimatstadt Schwerin.

Andreas MatternDie Schau findet gemeinsam mit Anna Zywietz-Holzki statt, die ebenfalls Malereien ausstellen wird.

Matterns Motive sind in erster Linie Städte und Stadtlandschaften, die er in Aquarellen und Radierungen einfängt. „Authentizität und Lebendigkeit sowie ein intensives Kolorit sind das wichtigste Ziel, dass sich in meinen Werken widerspiegeln soll.“ New York, Wien, Venedig, Hamburg und Berlin sind seine liebsten Vorlagen, hier geht er auf Entdeckungstour und findet immer wieder neue Impressionen, die er mit Farbe auf das Papier bringt.

„Ich bin an jedem Ort, jedem Platz, den ich male, auch tatsächlich gewesen.“ Meistens entstehen die Werke nahezu vollständig direkt an Ort und Stelle. „Man sollte zeichnen können, selbst wenn nur eine Skizze entsteht. Das Handwerk ist wichtig.“ Loslassen und loslegen, einfach machen rät Andreas Mattern, der virtuos akzentuiert und Bewegung mit seinen Farben schafft. „Aquarelle sind klassisch und gelten als lieb. Wenn es nicht lieb sein soll, muss man über seine Verhältnisse malen. Ein freches Motiv ist interessanter als das exakte Beherrschen der Technik. Lebendig ist wichtiger als richtig.“

Neben seiner Arbeit als Maler unterrichtet Andreas Mattern als Dozent an Kunstakademien, gibt Workshops an Schulen und hält Vorträge in Museen. „Leider interessieren sich vor allem junge Menschen mehr dafür, ob man mit Kunst Geld verdienen kann, als für die Kunst an sich. Als Künstler hat man viel zu tun. Reich werden wollen wir nicht, nur leben. Aber im Ernst, letztendlich schaffe ich ein Produkt und das muss ich vermarkten wie eine Baumaschine, wenn ich davon leben will. Das, was ich mache, muss ich nach außen tragen und wenn sich jemand interessiert, ist es schön. Wenn es nicht gefällt, ist es meine Schuld oder rein geschmacklich. Größtmögliche Selbstkritik ist der Schlüssel. Ich muss selbstkritisch einschätzen, wo ich bin. Und ich weiß, ich habe eine Qualität.“

Dass Kunst in Deutschland zu wenig wertgeschätzt wird, findet Andreas Mattern nicht. Aber „Kunst wird zu elitär gemacht. Durch Künstler, Galeristen und Sammler. Was nützt es, wenn nur 0,03 Prozent der Leute das Werk eines Künstlers verstehen? Das ist elitär. Ich habe das Glück, meiner Berufung zu folgen und ich will Geld damit verdienen. Alles andere geht nur, wenn man reich geerbt hat oder anderweitig gefördert wird.“

Die Ausstellung ist am Sonnabend, 18. Februar, um 17 Uhr und am Sonntag, 19. Februar, von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Foto: Bischof

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