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Feuer im Landtierhaus Heiligensee – der Verkauf geht weiter

„Es brannte wie Zunder, und ich konnte nur zusehen“

Heiligensee. Schwarz – das ist die Farbe, die auch nach mehr als einer Woche noch ihr Leben bestimmt.

Ausgebranntes Landtierhaus Heiligensee

Nachdem meterhohe Flammen ihr Geschäft zerstörten, ist die schwarze Asche das, was bleibt. Das Landtierhaus von Monika Mroß im Norddorfer Pfad 2 ist ein Trümmerhaufen. Verkohlte Wände, geschmolzene Deckenlampen und beißender Brandgestank sind übrig geblieben von ihrer beruflichen Existenz. Kaninchenkäfige, von denen nur noch die oberen Gitter erhalten sind, weil der Kunststoffboden einfach wegschmolz. Plexiglas in den bizarrsten Formen nah der Hitze erstarrt. Doch nicht nur Inventar, auch Tiere kamen bei dem Feuer, das am 6. Februar gegen 14 Uhr ausbrach, ums Leben.

Trauer um die Graupapageifamilie, die schon Jahrzehnte zum Leben der Heiligenseerin gehörte, um sechs Kanarienvögel und um Gastvögel – zwei Graupapageien und ein Alexandersittich, die zur Pflege bei der tierlieben Ladeninhaberin waren. „Sie sind wohl schon an der Druckwelle gestorben, die die Explosion verursacht hat“, sagt Mroß traurig.

Ausgebrannter Tierkäfig

Doch was war geschehen? „Es gab ein Problem mit der Heizung, und die Firma war schon mehrere Tage dran, um den Fehler zu finden“ erzählt sie. Doch während die Heizungsmonteure Tag für Tag versuchten, die Heizung wieder in Gang zu bringen, wurde es im Laden kälter und kälter. „Es waren nur noch 10 Grad im Laden, und ich musste etwas unternehmen – schließlich brauchen die Vögel Wärme“, sagt sie. Und so hat Monika Mroß einen Gas-Heizofen ausgeliehen und ihn aufgestellt. „Da es in der Beschreibung hieß, man solle ihn nicht unbeaufsichtigt laufen lassen, habe ich ihn nur tagsüber angemacht, wenn ich im Laden war.

Gas-HeizofenDoch gegen 14 Uhr passierte es: Ein Zischen war zu hören, und plötzlich schoss eine zwei bis drei Meter hohe Flamme aus dem Heizkörper bis zur Decke. Die Heiligenseerin reagierte sofort, trug die Vogelkäfige mit den noch lebenden Tieren und den Kaninchenkäfig nach draußen in die Eiseskälte. „Dort drückte ich sie irgendwem am Zaun einfach in die Hand und rannte dann wieder hinein“, erinnert sie sich. Feuerwehr und Polizei waren alarmiert. „Zuerst trafen Polizei und Kripo ein, und dann warteten wir auf die Feuerwehr, die lange auf sich warten ließ, während der Laden brannte wie Zunder“, sagt sich schockiert. Die Lampen kamen von der Decke, Käfige und Kunststoffware schmolz und bildete giftige Gase.

Zurück blieb ein Trümmerhaufen. „Die Kripo teilte mir mit, dass sich bei einem Defekt an der Flasche das Gas unter dem Metallgehäuse sammeln und sich dann komplett entzünden kann“, sagt Mroß, und ihre Augen füllen sich mit Tränen. Sie ist immer noch entsetzt über das, was passiert ist. „Wissen Sie, ich war ja da, die Heizung war unter Aufsicht, aber ich konnte nichts tun – ich konnte gar nichts tun, sondern nur zusehen, wie meine Existenz vernichtet wird.“

Monika Mroß hatte erst vor kurzem viel Ware gekauft, das Geschäft mit weiteren Regalen ausgestattet. Nun ist das Meiste davon verbrannt, der Rest ist verkohlt und stinkt.

Der 36-jährige Graupapagei Coco, Graupapagei Chipsy und der Pflege-Graupapagei Pauli haben das Unglück überlebt. Dabei war Coco in ganz schlechtem Zustand, konnte nur schwer atmen und hat viele Verletzungen am Kopf erlitten. Auch nach einer Woche sind die Wunden noch nicht verheilt.

Graupapagei Coco

Um ein Stück Normalität wieder herzustellen und die noch unversehrte Ware verkaufen zu können, mietete Mroß einen Bürocontainer an. Er steht nun im Garten, und hier geht der Verkauf auch weiter.

„Schließlich weiß ich nicht, wann es in meinem Geschäft weitergeht“, sagt sie. Noch wird ermittelt und es darf nichts verändert werden. „Ich kann also noch nicht anfangen, aufzuräumen“, sagt sie. Zudem seien die verbrannte Ware und verkohlte Wände Sondermüll, das speziell entsorgt werden müsse.

„Ich bedanke mich bei unseren Nachbarn für die spontane und liebevolle Hilfe Anteilnahme und bitten unsere treuen Kunden um Verständnis, nicht das Komplettprogramm bieten zu können“, sagt Monika Mroß.

Der Notverkauf ist montags bis freitags von 10 bis 13 und 16 bis 18.30 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Kartenzahlung ist derzeit nicht möglich. Hauslieferungen (bitte unter 436 18 06 anrufen) sind jederzeit kostenlos möglich.

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