Knapp 200 Bäume müssen fallen
Heiligensee. Statt friedlicher Ruhe sind Motorsägen zu hören. Sie zersägen zurzeit an verschiedenen Stellen Straßenbäume in Alt-Heiligensee, am Elchdamm und an der Ruppiner Chaussee.

Um die Schulzendorfer Straße auszubauen, waren diverse Fällungen notwendig. So ist es nun auch bei der Sanierung der Ruppinner Chaussee.
In Alt-Heiligensee handelt es sich um sechs schon sehr alte Bäume. Anwohner sind entsetzt von den Fällungen, doch Rüdiger Zech, Leiter Garten- und Straßenbauamt, erklärt die Notwendigkeit: „Es handelt sich bei den zu fällenden Bäumen um eine Linde, drei Kastanien, eine Ulme und einen Ahorn“, sagt er, „und durch das Alter beginnen dann leider auch die Probleme.“ So waren bei zwei Bäumen die so genannten V-Zwiesel, V-förmige Gabelungen, das Problem. Bei V-Zwieseln drückt die einwachsende Rinde die beiden Stämme im Laufe der Jahre auseinander. Mit der Zeit kann es zusätzlich zu einer Wassertaschenbildung kommen. Das eindringende Wasser verursacht Fäulnis und führt bei Frost zu Sprengungen. „Das war bei der Linde und einer Kastnie der Fall, und diese Bäume waren dadurch stark bruchgefährdet“, fügt Zech hinzu.
Die anderen vier Bäume waren innen von Fäulnis betroffen. „Wir messen mit einem Resistographen (ein Bohrgerät mit integrierter Messtechnik, das zur Untersuchung von Holzkörpern – Anm. der Red.) in regelmäßigen Abständen die Restwandstärken der Bäume gemessen. 16 Zentimeter sind dabei normal, aber nur noch vier Zentimeter waren übrig – die restlichen zwölf Zentimeter waren faul“, sagt er. Somit mussten auch diese Bäume aus Verkehssicherungsgründen gefällt werden.
Der Bezirk ist verpflichtet, fünf dieser Bäume nachzupflanzen. Eine Nachpflanzung entfällt, da der nun gefällte Baum bereits ungünstig im Bereich einer Grundstückseinfahrt befand.
Im Vorfeld informiert das Bezirksamt Reinickendorf die im Umfeld wohnenden Anwohner über solche Maßnahmen durch Infozettel in den Briefkästen. Bürger können im Falle von auftretenden Fragen unter der angegebenen Telefonnummer nachfragen.
Auch am Elchdamm werden derzeit Bäume gefällt. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt werden „in der Zeit vom 21. bis 29. Februar am Elchdamm am dortigen Waldrand etwa 50 Buchen gefällt“. Die Maßnahme sei notwendig, um Gefahren, die von den nicht mehr standsicheren oder bruchgefährdeten Bäumen für den Straßenverkehr und angrenzende Grundstücke ausgehen, zu beseitigen.
Für die Dauer der Arbeiten ist das Parken im betroffenen östlichen Abschnitt des Elchdamms eingeschränkt. Für den Herbst 2012 planen die Berliner Forsten im betroffenen Abschnitt die Pflanzung eines Waldsaumes aus Sträuchern und kleinwüchsigen Baumarten.
Dritter Ort von zahlreichen Fällungen ist die Ruppiner Chaussee: In Vorbereitung auf die Sanierungsmaßnahmen der Straße zwischen Henningsdorfer und Schulzendorfer Straße, die ab 7. März starten soll, werden rund 80 Bäume gefällt, wobei sich diese 80 Bäume auch 46 nicht geschützte, untermaßige Bäume befinden. Weitere 58 Fällungen sind im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht aufgrund von Schäden an diesen Bäumen notwendig.
Erforderlich ist die Fällung von vielen Bäumen, um Fußgänger- und Fahrradwege anzulegen. Um möglichst wenig Bäume fällen zu müssen, ist geplant, den Geh- und Radweg um einige Bäume herum zu führen oder auch schmaler auszubauen.
Umfangreiche Ersatzpflanzungen sind im Rahmen dieser Maßnahme vorgesehen
„Ich darf den Bürgern versichern, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht leichtfertig die Fällentscheidungen getroffen haben“, sagt Baustadtrat Martin Lambert (CDU). „Bei jedem einzelnen Straßenbaum wurde nach einer Alternative gesucht.“
Archivfoto: Flechtner





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